In Neuland vorgestoßen

Veröffentlicht 10.10.21

Produkt:

Stoßeinheit BENZ LinA 4.0

 

Realisierte Vorteile:

  • Stoßen von Formen aller Art, wie Verzahnungen, Innensechskant, Torx oder Nuten
  • Maschinenschonende Stoßbewegung über den Revolverantrieb und Extender
  • Bearbeitung in einer Aufspannung, Nachbearbeitung entfällt

 

In Neuland vorgestoßen

Stoßen auf einer Drehmaschine? Bei diesem Gedanken sträuben sich so manchem Zerspaner die Haare. CNC-Aggregat-Hersteller BENZ Werkzeugsysteme hat mit „LinA“ eine maschinenschonende Stoßeinheit entwickelt, die auf einer TC35 Y von CMZ mit hoher Genauigkeit Verzahnungen stoßen kann.

Das beschauliche Schwarzwälder Kinzigtal ist nicht nur für Kuckucksuhren und Bollenhüte bekannt, sondern auch für innovative Werkzeuglösungen: In Haslach produziert die BENZ GmbH Werkzeugsysteme CNC-Aggregate für die metall- und holzverarbeitende Industrie. Kurz nach Kriegsende 1946 von Xaver Benz gegründet, fertigte das Unternehmen zunächst technische Komponenten für die Landwirtschaft. Mit dem Einzug der CNC-Technik in den 80er-Jahren war BENZ einer der ersten, die Winkelköpfe und angetriebene Werkzeuge für CNC-Werkzeugmaschinen in der Metallverarbeitung anboten, was dem Unternehmen einen enormen Wachstumsschub gab. In den 90er-Jahren kamen noch Aggregate für die Holzindustrie dazu, die inzwischen ebenso wie die Aggregate im Metallbereich mit zu den martkführenden Werkzeuglösungen zählen.

Um eine hohe Flexibilität zu gewährleisten, ist BENZ auf einen Maschinenpark angewiesen, der eine Fertigung unterschiedlichster Teile in geringen Losgrößen ermöglicht. In der Fertigung steht deshalb keine einzige Maschine, die für hohe Stückzahlen ausgelegt ist oder eine Automatisierung besitzt. „80 Prozent unserer Losgrößen sind zwischen eins und drei“, erklärt Huber. Mittlerweile ist der Maschinenpark auf eine stattliche Anzahl von knapp 30 Maschinen unterschiedlichster Marken angewachsen. Regelmäßig werden ältere Maschinen durch neue ersetzt.

Flexible Drehmaschine gesucht

So auch gegen Ende 2011, als Benz auf der Suche nach einer CNC- Drehmaschine mit angetriebenen Werkzeugen war. „Oberstes Ziel war bei uns, die Teile auf einer Maschine komplett zu bearbeiten. Früher kam dafür ein ganzer Maschinenpark zum Einsatz“, sagt Huber. Aufgrund des limitierten Budgets dachte Produktionsleiter Huber an eine gebrauchte Maschine. Die für BENZ zuständige Handelsvertretung Haas Werkzeugmaschinen aus Villingen-Schwenningen empfahl anstatt einer Gebrauchtmaschine jedoch eine Neumaschine zu kaufen. „Unser Handelsvertreter machte uns auf die spanische Marke CMZ aufmerksam, von der ich bis dato allerdings noch nichts gehört hatte“, erklärt Huber.

Maschinenschonende Stoßlösung entwickelt

Es kam die Überlegung, warum nicht auch eine der jüngsten Entwicklungen - das BENZ Stoßagggrate LinA, das Stoßen auf der Drehmaschine ermöglicht - an die Maschine anpassen? Denn die TC35 Y ist dank ihres robusten Aufbaus ideal dafür geeignet. Kurzerhand haben die Spezialisten aus der Innovationswerkstatt BENZ auch dieses Projekt umgesetzt.

Die „LinA“-Stoßeinheit wurde ursprünglich als Nuten-Stoßeinheit konzipiert, inzwischen ist jedoch auch das Stoßen von Formen aller Art wie Verzahnungen, Innensechskant oder Torx möglich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Stoßwerkzeugen in Drehmaschinen wird die Stoßbewegung bei LinA nicht über die Z-Achse, sondern wir über den Revolverantrieb und einen Extender ausgeführt. „Eine Stoßbewegung über die Z-Achse täte der Maschine nicht gut und wäre sehr verschleißintensiv“, erklärt Huber. Der Drehzahlbereich liegt dabei zwischen 400 und 1.000 Umdrehungen pro Minute und entspricht eins zu eins der Hubbewegung. Die Maschine muss dabei nur die nötige Drehzahl und Stabilität über den Revolver mitbringen. Eine Abhebefunktion sorgt dafür, dass das Werkzeug nicht an der Oberfläche kratzt.

Der Vorteil der Stoßeinheit liegt klar auf der Hand: Werkstücke können nach dem Drehen mit Verzahnungen, Nuten etc. versehen werden – und das in einer einzigen Aufspannung. Der Anwender spart dadurch nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. Die Nachbearbeitung entfällt. „Immer mehr Zerspaner entdecken die Potenziale, die Ihnen unsere Lösung bieten kann“, erklärt Michael Kempf. „Der Markt für Stoßen auf der Drehmaschine steht noch ganz am Anfang. Wir verstehen uns hier als Technologiebotschafter.“ Gemeinsam mit CMZ wird BENZ daher die Stoßlösung für Drehmaschinen auf der EMO in Hannover zeigen und allen Interessenten Rede und Antwort stehen.

 

 

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