Reduzierte Durchlaufzeiten und Kosten – verbesserte Reaktionszeit

Veröffentlicht 12.10.21

Für das 24h-Servicekonzept der HOMAG Holzbearbeitungssysteme ist es von großer Bedeutung, dass Ersatzteile für ausgelieferte Maschinen zeitnah verfügbar sind. Durch den Einsatz des Stoßaggregats LinA konnte die Reaktionszeit auf Ersatzteile wesentlich verringert werden.

Nicht mehr wegzustoßen

Serienproduktion und ein festes Fertigungsprogramm sind Begriffe, mit denen Edwin Bronner nicht viel anfangen kann. Als Leiter der Kleinteilefertigung bei der HOMAG Holzbearbeitungssysteme GmbH ist er Herr über Kleinserien und Einzelteile. Wo andere wegen hoher Stückkosten und häufigem Umrüsten von Maschinen stöhnen, pflegt er die Liebe zum Detail. Und das nicht einfach nur aus Spaß an seinem Job. Denn hinter der Kleinteilefertigung bei HOMAG steckt ein ausgeklügeltes Konzept. Vor allem der After Sales Service wird mit Ersatzteilen aus Bronners Abteilung versorgt, die dort per Auftrag tagesindividuell gefertigt werden. „HOMAG-Maschinen stehen für hohe Präzision in der Holzbearbeitung, beispielsweise wenn es um die Komplettbearbeitung von Möbelteilen geht. Über das Plattenaufteilen in Losgröße 1 auf leistungsstarken Nesting Bearbeitungszentren bis hin zur Hochleistungs-Kantenbearbeitungslinie mit laserTec-Verfahren bieten wir für kleine Schreinerbetriebe genauso wie für die hochkomplexe industrielle Fertigung genau das passende Produkt.“ Ein breites Produktprogramm, bei dem ein umfassender Service nicht fehlen darf. Neben den klassischen Dienstleistungen Montage, Wartung und Reparatur unterstützt HOMAG seine Kunden über den kompletten Lifecycle der Maschinen und Anlagen: vom Teleservice über das internetbasierte Ersatzteilwesen bis hin zum 24h-Service. Gerade die letztgenannten Punkte stellen hohe Anforderungen an die Fertigung. „Flexibilität und Schnelligkeit sind bei uns das A&O“, erklärt Edwin Bronner. „Wir wollen uns – wenn es überhaupt machbar wäre – kein gigantisches Ersatzteillager zulegen, das enorme Kosten verursacht. Unser Weg ist die spezifizierte Einzelanfertigung, idealerweise innerhalb von 24 Stunden.“

Enorme Optimierungspotenziale auch bei Kleinserien

Bei ca. 10% der Drehteile aus der Kleinteilefertigung, vor allem Zahnräder und andere Maschinenverschleißteile, werden Nuten eingebracht. Der bisherige Arbeitsprozess sah vor, die Werkstücke für das Nutenstoßen auf eine spezielle Räummaschine aufzuspannen. Die Vorbearbeitung erfolgte auf CNC-Drehmaschinen. Hinzu kam, dass Nuten in Sacklochbohrungen auf der konventionellen Räummaschine nicht gefertigt werden können, was die HOMAG Holzbearbeitungssysteme GmbH dazu zwang, diesen Arbeitsschritt an externe Dienstleister zu vergeben. Ein Umstand, der sich auf die definierten Anforderungen Flexibilität und Schnelligkeit mehr als negativ auswirkte. Daher suchte man intensiv nach einer Lösung, um den Bearbeitungsprozess zu optimieren und gleichzeitig die hohen Kosten durch Fremdvergaben zu reduzieren.

Drehen und Stoßen in einer Aufspannung

„Mit unserem angetriebenen Werkzeug, dem LinA Stoßaggregat, konnten wir die HOMAG-Verantwortlichen schnell für uns gewinnen“, berichtet Franz Lauffer, Technischer Vertrieb bei der BENZ GmbH Werkzeugsysteme. Speziell zum wirtschaftlichen Fertigen von Nuten, Innen- und Außenverzahnungen, Innensechskant, Torx und Sonderprofilen auf Drehmaschinen entwickelt, reduziert das Stoßaggregat insbesondere die Maschinenhaupt- und Nebenzeiten. Hierbei können Materialen bis zu einer Zugfestigkeit von 1000 N/mm² bearbeitet werden. Die Drehbewegung der Antriebswelle wird über einen Exzenter in eine Linearbewegung an der Abtriebsseite umgewandelt. Der Stößel taucht mit der Schneide in das Werkstück ein und hebt nach dem Stoßvorgang über eine integrierte Abhebeeinrichtung ab. Diese verhindert auch den Verschleiß und das Ausbrechen der Schneide beim Zurückfahren.

Reduzierte Durchlaufzeiten und Kosten – verbesserte Reaktionszeit

Das BENZ-Werkzeug wird im HOMAG Maschinenpark auf einer MAZAK Quick Turn 250 MY eingesetzt. Hauptsächlich werden Nuten mit einer Nutenlänge bis zu 32mm und einer Nutenbreite von 3-8mm gestoßen. Breitere Nuten können durch die Vertaktung des Revolvers ebenfalls gefertigt werden. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Durch das LinA Stoßaggregat wird bei Bauteilen, bei denen eine Nut erforderlich ist, der zusätzliche Arbeitsgang „Räumen“ eingespart. Das Bauteil kann in einer Aufspannung an der CNC-Drehmaschine gefertigt werden, was Rüstzeiten und Rüstkosten stark reduziert und sich außerdem positiv auf die Durchlaufzeiten der Werkstücke auswirkt. Der Fertigungsprozess wurde so insgesamt verschlankt. Auch Nuten in Sacklochbohrungen lassen sich problemlos mit dem Werkzeug stoßen. HOMAG konnte durch diese Inhouse-Produktion enorme Kosten- und Zeitersparnisse erzielen, da man nicht mehr auf externe Lieferanten angewiesen ist. „Durch das LinA Stoßaggregat konnten wir unsere Reaktionszeit für Ersatzteile wesentlich verringern und so unserem Serviceteam eine zeitnahe Verfügbarkeit garantieren“, freut sich Edwin Bronner. „Das BENZ-Stoßaggregat ist aus unserem Fertigungsablauf im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr wegzustoßen.“

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